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Das Jet-Konzept

Präambel

Während die DLRG-Jugend im Landesverband Württemberg Trägerin der Jugendbildung ist, wird im Stammverband der DLRG im Landesverband Württemberg die Sicherheit am und im Wasser sichergestellt. Der Übergang von Jugendarbeit zum Einsatzpersonal ist die entscheidende Schnittstelle, sowohl im Hinblick auf Qualität der Ausbildung, als auch auf die Gewinnung und Bindung von ehrenamtlichem Personal in der DLRG. Daher ist eine Zusammenarbeit zwischen DLRG-Jugend und DLRG unerlässlich.

Das Jugend-Einsatz-Team, kurz „JET“, stellt das elementare Nachwuchsförderungsprogramm im Einsatzbereich der DLRG dar. Es ist darüber hinaus als Schnittstelle von Ausbildung und Persönlichkeitsentwicklung in der DLRG zu betrachten und begleitet den Übergang von der Jugend in das Einsatzwesen. Jugendliche ab 12 Jahren werden in den JETs schrittweise und spielerisch an die Aufgaben im Wasser-Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz herangeführt. Das JET ist seit Mai 2019 in der Satzung der DLRG-Jugend Württemberg fest verankert. Es ist grundsätzlich, in Zusammenarbeit mit der Leitung Einsatz des DLRG Landesverbandes Württemberg, in der Jugend angesiedelt. Immer mehr Gliederungen bieten Ausbildungen und Tätigkeiten im Bereich JET an. Jedoch gibt es hierfür kein einheitliches Konzept, respektive einen Mindeststandard in der Ausbildung und Durchführung.
Das hier vorliegende Konzept soll einen „Fahrplan“ für die Ausbildung im gesamten DLRG Landesverband Württemberg e.V. darstellen und wurde von der DLRG-Jugend Württemberg, in Abstimmung mit dem DLRG Landesverband Württemberg e.V. erstellt und ausgearbeitet.

Im Vergleich zur klassischen Jugendarbeit hebt sich das JET dadurch ab, dass jugendpädagogische Themen in Einklang mit der technischen Komponente des Wasser- Rettungsdienstes gebracht werden. Dies bedeutet, dass kinder- und jugendpädagogische Themen, wie z.B. Partizipation, Selbstbestimmung, Sexualität, Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung einen ebenso hohen Stellenwert haben, wie der Umgang mit technischer Ausrüstung, die Ausbildung in Erster-Hilfe und das Heranführen an einsatztaktische Vorgehensweisen, sowie das Kennenlernen und Ausprobieren der einzelnen Fachgruppen (Bootswesen, IuK, Strömungsrettung, Tauchen, etc.). Es ist wichtig hierbei einen Rahmen zu schaffen, der beide Themenbereiche bestmöglich abdeckt.

Die Landesjugendordnung der DLRG-Jugend Württemberg sieht die Platzierung des JETs, auch durch Freigabe des LV-Rats des Stammverbands, grundsätzlich auf Bezirksjugendebene vor. Dies ist dadurch begründet, dass der Wasser-Rettungsdienst in den meisten Bezirken ebenfalls auf Bezirksebene angesiedelt ist. Das JET soll sinnvollerweise auf der Gliederungsebene angesiedelt sein, in welcher auch der Wasser- Rettungsdienst platziert ist. In Einzelfällen kann dies auch eine Ortsgruppe sein. Vereinzelt kann das JET auch bei der Leitung Einsatz der entsprechenden Gliederungsebene angesiedelt sein, die Gliederungsjugend soll diesen Prozess aber sowohl durch Personal, als auch durch pädagogisches Fachwissen unterstützen (vgl. Punkt 3 Personelle Ausstattung). Das JET stellt eine Übergangsmöglichkeit zwischen Jugend und Stammverband dar. Entsprechend ist es auch zu betrachten und muss dadurch zwingend, sowohl von der Jugend als auch vom Stammverband, finanzielle, materielle und personelle Unterstützung erfahren.

Einzelne, vorbereitende Ausbildungen im WRD können bereits mit 12 Jahren erworben werden. Dies ist auch als untere Altersgrenze für die Teilnahme am JET sinnvoll. Ebenso sollten die Teilnehmenden bereits das DRSA Bronze vorweisen können, um einen sicheren Umgang mit dem Element Wasser und erste Erfahrungen im Bereich „Einsatz“ und „Erste-Hilfe“ mitzubringen. Das Höchstalter für JET-Teilnehmenden richtet sich nach der Möglichkeit die „Fachausbildung W-RD“ abzuschließen - dies ist grundsätzlich ab dem 16. Lebensjahr möglich. Dennoch besteht die Möglichkeit die Teilnahme am JET bis zur nächsten „Fachausbildung WRD“ (nach Vollenden des 16. Lebensjahres) zu verlängern.

Aufgrund der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sollten die Themen auch nur von Personen mit einer entsprechenden Qualifizierung vermittelt werden. Im Rahmen der Kinder- und Jugendverbandsarbeit sind hier Inhaber der JuLeiCa (Jugendleiter/in Card; www.juleica.de) gemeint. Sie verfügen über die notwendigen Kenntnisse zielgerichtete Angebote für Kinder und Jugendliche zu gestalten. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit eine explizite Fortbildung zur*m „JETTeamer*in“ auf Landesebene zu absolvieren (vgl. Abschnitt „Inhalte der Ausbildung zum JETTeamer“ unten), die das pädagogische Wissen der JuLeiCa durch relevante Themen des WRD ergänzt.

Da die Gestaltung des JETs in einzelnen Bereichen des W-RD auch sehr fachspezifisch ist, sollen auch weitere Personen, wie z.B. EH-Ausbilder*innen, Ausbilder*innen W-RD oder Referatsleiter*innen bei einzelnen Themen zur fachlichen Unterstützung hinzugezogen werden. Die Expertise der einzelnen Ausbilder*innen oder Ressortleiter*innen soll durch die reine Weiterbildung zur*m „JET- Teamer*in“ nicht in Frage gestellt werden. Ebenso sollen die Ausbilder*innen gemischtgeschlechtlich vertreten sein, um auf gruppendynamische Effekte als auch individuell entwicklungspsychologisch auf Teilnehmende eingehen zu können.

Der zeitliche Rahmen kann sehr individuell angepasst werden. Ob ein regelmäßiges Treffen zu festgelegten Zeiten oder ein ganzes Wochenende einmal im Monat, obliegt den Verantwortlichen des JETs der entsprechenden Gliederung. Empfohlen ist eine Regelmäßigkeit zu gewährleisten, im besten Fall mindestens einmal im Monat, um eine Kontinuität zu erzielen. Auch der zeitliche Rahmen der jeweiligen Treffen ist sehr individuell zu gestalten - wichtig ist es jedoch auf das Jugendschutzgesetz zu achten und die Zeiten an den Teilnehmenden orientiert zu planen (Ausgangsbeschränkungen nach JuSchG).

Die Örtlichkeit des JETs richtet sich nach dem zeitlichen Rahmen und dem geplanten Programm des Treffens. Wichtig ist hierbei gegebenenfalls auftretende Gefahren einzuschätzen und entsprechend notwendige Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Dabei sind das Alter und die geistige Reife der Teilnehmenden zu beachten. Die Vorgaben zum Jugendschutz und die Aufsichtspflicht sind an dieser Stelle ebenfalls zwingend zu beachten. Sofern vorhanden, sollen die JET-Treffen in Räumlichkeiten der DLRG stattfinden, diese sollten auch entsprechend zur Verfügung gestellt werden.

Um eine schrittweise Heranführung an das Einsatzgeschehen zu ermöglichen, ist es unerlässlich, dass dem JET auch das notwendige Material zur Verfügung steht. Dies ist im Besitz der entsprechenden Gliederung und soll, sofern nicht zwingend anderweitig benötigt, für das JET kostenfrei bereitgestellt werden. Dies gilt insbesondere für Fahrzeuge, Boote, Ausrüstungsgegenstände und Rettungsgeräte. Eine Bedienung der Gerätschaften durch eine entsprechend unterwiesene und geeignete Person ist sicherzustellen.

Das JET soll für die Teilnehmenden kostenfrei sein, da das Angebot
vornehmlich zur Gewinnung vom Nachwuchs im W-RD dient. Für
einzelne Veranstaltungen oder Vorhaben ist es notwendig einen entsprechenden Teilnehmerbeitrag zu erheben. Dieser soll möglichst gering gehalten werden, um finanziell schwächere Teilnehmende nicht auszugrenzen. Die Kosten sollen von der jeweiligen Gliederungsjugend, oder der Gliederung selbst, bezuschusst oder im besten Fall ganz getragen werden.

Der primäre Inhalt des JETs ist die spielerische Heranführung an den W-RD. Das Konzept beinhaltet das Prinzip „selber machen“, anfassen, ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Es soll keinen „Lehrgangs-Charakter“ haben, sondern auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen. Die Kinder und Jugendlichen sollen hierbei nicht mit Fachbegriffen überschüttet werden, sondern Berührungsängste überwinden. Die korrekte Handhabung der Gerätschaften steht zweifelsfrei im Vordergrund, jedoch muss auch Raum für Fehler und Unsicherheiten sein, sofern diese nicht gefährlich für Leib und Leben werden. So kann zum Beispiel in einem Funkspiel die korrekte Handhabung von Funkgeräten geübt werden. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Abbau von innerlichen Barrieren mit den Einsatzgeräten. Das Spiel soll keine vollwertige Funkausbildung darstellen oder ersetzen. Anfassen — ausprobieren — selber machen — Raum für Fehler zulassen.

Inhalte der Jugendleiter-Ausbildung

  • Entwicklungspsychologie • Kommunikation
  • Motivation
  • Methodik / Didaktik
  • Gruppendynamik
  • Führen und Leiten • Teamarbeit
  • Erlebnispädagogik • Kooperationsspiele

Rettungsschwimmausbildung

  • (Leiter Ausbildung in der Konzeptionierung)

W-RD/Katastrophenschutz

  • Planspiele
  • Rollenspiele
  • Gemeinsame Wache am See
  • Kennenlernen anderer Hilfsorganisationen • Umgang in Konfliktsituationen

Strömungsretten

  • Knotengrundlage
  • Teambuilding
  • Wurfsacktechniken
  • Gefahren im und am Wasser • Strömungslehre
  • Rettungstechniken

Boot

  • Knotenkunde
  • Verhalten an Board
  • Flusswanderung
  • Sicherheit an Board
  • Begrifflichkeiten spielerisch erklären

Tauchen

  • (Ressort Tauchen in der Konzeptionierung)

Erste-Hilfe

  • Verbände anlegen
  • Stabile Seitenlage
  • Reanimation
  • Fallbeispiele
  • Korrekter Notruf

Funk

  • Funkspiel
  • Funkalphabet
  • Benutzung von Funkgeräten/Berührungsängste verlieren

Wettkampfwesen

  • Wettkampfdisziplinen entdecken und ausprobieren • Umgang mit Gurtretter
  • Umgang mit der Rettungspuppe
  • Freigewässerdisziplinen ausprobieren

Publikation

Jet-Konzept

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